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Medienpartner Bibliothek und Schule

"Koopertation macht stärker"

Artikel erschienen in der Festschrift zum 30jährigen Schuljubiläum

von Ulrike Mensching (Leiterin der Stadtbibliothek Buxtehude)

Frau Mensching und Frau Brandt

Wer gut lesen kann, kann auch gut lernen. Lesekompetenz ist eine Schlüsselkompetenz, ohne die Lernen in der Schule nicht erfolgreich sein kann. Die PISA-Studien belegen, dass kein Bildungssystem darauf verzichten kann.

Wenn wir den Bildungsansprüchen der heutigen Gesellschaft und der veränderten Medienwelt der Multimediakids gerecht werden wollen, müssen wir zusätzlich die Lesekompetenz zur Medienkompetenz erweitern. Denn Surfen in Datennetzen und die Nutzung von Multimedia-Anwendungen setzt Lesen und Schreiben voraus. Das Internet ist und bleibt auch wohl ein textlastiges Medium, und nur durch Interpretieren, Reflektieren und Bewerten wird aus der unübersichtlichen Fülle von Informationen das strukturierte Wissen, das wir so dringend benötigen.

Die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler aller Schulen am Schulzentrum Süd in Buxtehude sind in der glücklichen Lage, einen starken Partner für die Ausbildung dieser Fähigkeiten an ihrer Seite zu haben: ihre fachlich kompetent geführte Schulbibliothek! Die Bibliotheksmitarbeiterinnen leben die Kooperation mit den Schulen und Schülern und entwickeln sie fortlaufend weiter. Solches Glück haben derzeit nur 15% aller deutschen Schulen, weil bundesweit bildungspolitisch, institutionell und rechtlich klare Zuständigkeiten für Schulbibliotheken fehlen. Dessen ungeachtet engagiert sich die Stadt Buxtehude, zeitweise auch mit zusätzlicher Unterstützung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, vorbildlich für die Zukunft ihrer Schüler.

Lesekompetenzen lassen sich in der multimedialen Welt nur dann erfolgreich vermitteln, wenn wir Zugänge zu Texten und Medien schaffen, die für junge Menschen attraktiv sind. Deshalb haben wir an der Schulbibliothek im Schulzentrum Süd das Vergnügen und den Genuss an der Lektüre neu gewichtet – und deshalb findet sich im Medienbestand ein gleichberechtigtes Nebeneinander unterschiedlichster Medien: Eine Vielfalt an Informationsmedien unterstützt die Realisierung neuer, auf selbstständiges Lernen ausgerichteter Unterrichtskonzepte. Daneben stehen Unterhaltungsmedien: Hörbücher, Mädchen- und PC-Zeitschriften, Bücher zu TV-Serien, Fan- und Pferdebücher, Fahrradreparaturanleitungen, Mystery und Jugendliteratur aller Genres. Die Bibliotheksmitarbeiterinnen übernehmen zahlreiche Erfahrungen aus der neueren Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit für Leseanimationen und Leseförderungsaktionen. Spaß am Lesen und an Büchern steht immer im Vordergrund, denn im Gegensatz zu vielen anderen schulischen Bereichen lassen sich hier das Vergnügen an der Medienrezeption, die kindliche Neugier, Lern- und Wissensbegierde produktiv einsetzen.

Hier laufen die Fäden der verschiedensten Fächer zusammen. Die Schulbibliothek ist so in das Schulleben integriert, dass sie zum zentralen Knoten im Bildungsnetz der Schulen geworden ist. In der Schulbibliothek arbeitet der Einzelne wie auch die Gruppe: Es treffen sich Schüler einer Klassenprojektarbeitsgruppe und Schüler, die eine Freistunde verbringen. Und oft kommen sie miteinander ins Gespräch: Ein Oberstufenschüler hilft spontan Schülern aus der 5. Klasse, die an einem Projekt arbeiten. Der „Technikfreak“ trifft den „Bücherwurm“ – und im Team können sie zu produktiverem Arbeiten finden. Die Bibliothek ist der Ort, an dem die Menschen und die Technik zusammentreffen, ein gemeinsamer Ort für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und auch für die Eltern. Das Wissen der gesamten Schule kann hier zusammenlaufen. Die Hierarchie tritt in den Hintergrund, da das Sachproblem im Zentrum steht. Hier kann auch der Schüler seinem Lehrer einen Tipp geben.

Kurz und gut: Die Bibliothek ist einer der größten Aktivposten der Schule – und nicht nur eine „Bücherkiste“, wie der Wortursprung suggeriert.

Ulrike Mensching