11.06.10

Besuch aus der polnischen Partnerschule

Zu Besuch in Buxtehude:

Zum vierten Mal fand unser deutsch-polnischer Schüleraustausch zwischen unserer Partnerschule, dem Lyzeeum Stefanii Sempołowskiej in Tarnowskie Góry, und dem Gymnasium Buxtehude Süd statt. 14 Schülerinnen und zwei Lehrerinnen, trafen nach knapp zwölfstündiger Bahnfahrt am Samstag, den 5.6.2010 in Buxtehude ein. Sehnsüchtig erwartet, begrüßten wir sie, mit polnischen Flaggen und einem Transparent bewaffnet.

Ein bisschen bange war uns schon, konnten wir doch nur ein paar Brocken Polnisch, würde die Verständigung wohl klappen? Doch das Eis war schnell gebrochen, sowohl auf Deutsch und Englisch kamen wir uns schnell näher und wir nahmen unsere Gäste mit nach Hause, um sie unseren Familien vorzustellen und dort willkommen zu heißen. Wir verbrachten unbeschwerte Stunden miteinander, genossen bei strahlendem Sonnenschein ein Bad in der Este und quatschten bei einer gemütlichen Grillparty am Strand lange miteinander und zeigten unseren polnischen Gästen unsere nähere Umgebung und wie wir unsere Freizeit verbringen.

Unsere Gäste wurden auch offiziell in der Schule vom Schulleiter Herrn Eysholdt begrüßt und von seinem Stellvertreter Herrn Clausen durch die Schule geführt. Dabei fielen den polnischen Schülerinnen besonders die Fachräume für Chemie, Biologie und Musik auf, da der Unterricht in Polen im Klassenzimmer und nicht in Fachräumen stattfindet, auch die Bibliothek mit Computeranschluss und die Sporthallen mit ihrer guten Ausstattung, besonders aber die Kletterwand fanden großes Interesse.

Lebhaft diskutierten wir im Forum, die Polinnen genossen es auch einmal eine Pause dort zu verbringen.

Bei einer gemeinsamen Grillfete auf dem Beekhof in Beckdorf, zu dem auch Eltern, Lehrer, Freunde und ehemalige Teilnehmer des Austausches geladen waren, entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch.

 

In den Gesprächen mit den Eltern und Kollegen wurde deutlich, dass der Schüleraustausch mit unserer Partnerschule ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens sein soll. Spaß machte uns auch unser gemeinsames Projekt „Über die Grenzen hinweg sehen/hinwegsehen“.


Gerade die Doppeldeutigkeit dieses Mottos sollte dazu beitragen, einerseits den Horizont auf beiden Seiten zu erweitern, andererseits gegenseitiges Verständnis füreinander wachsen zu lassen. Dabei wurden deutsch-polnische Vorurteile unter die Lupe genommen. Es wurde uns schnell klar, dass die Klischees auf beiden Seiten im persönlichen Kontakt und Erleben der Realität nicht standhielten.

Nach einer herzlichen Begrüßung und den Empfang durch den Bürgermeister, Herrn Badur, erhielten unsere Gäste kleinere Erinnerungsgeschenke. Ein Besuch der Petri-Kirche mit Turmbesteigung schloss sich an. Danach eroberten wir Buxtehude und seine Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Gemeinsam mit unseren Gastschülern besuchten wir das Auswandererhaus in Bremerhaven, ein Museum über die Auswanderung vieler Menschen von Bremerhaven in eine unbekannte Welt. Die beiden Austauschpartner bekamen zur Aufgabe, gemeinsam eine Ralley durch das Museum zu machen, ein für die deutschen Schüler etwas schwieriger Job, da es nicht immer englische Übersetzungen gab.

Dann ging es weiter nach Cuxhaven ans Wattenmeer, das wir zusammen mit Herrn Adamski, der Gott sei Dank neben Deutsch auch Polnisch sprach, erforschten. Trotz der eigentlich recht langweiligen Informationen konnten wir recht viel lachen, manch ein Junge erfreute sich am Glitsch, Gestank und dem reichlich vorhandenen Ekelgetier, insgesamt lernten wir einander aber immer besser kennen.

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Hamburg, von Finkenwerder aus verschafften wir uns von Hamburg und seinen weitläufigen Hafenanlagen einen ersten Eindruck, den wir dann durch eine Stadtrundfahrt mit einer entsetzlichen englischen Führung erweiterten. Hamburg von oben erlebten wir vom Michel aus und nach einer wohlverdienten Stärkung beim Portugiesen konnten unsere Gäste Hamburg von innen erleben, als wir schoppen gingen.

Natürlich stieg am Schluss noch eine rauschende Abschiedsparty, die gemeinsame Zeit war recht intensiv und kurzweilig, aber leider viel zu schnell vorbei und unsere Gäste mussten mit recht kleinen Augen von uns Abschied nehmen, einige von uns beneideten sie, konnten sie doch im Zug schlafen, währen wir zum Unterricht mussten.

Eines ist klar, wir freuen uns schon im Herbst auf den Gegenbesuch.

Bericht und Fotos: Franz Michalski