Schüler und Ehemalige vom Gym Süd in „Das Bildnis des Dorian Gray“

– Uraufführung auf der Halepaghen-Bühne

„You know more than you think you know. Just as you know less than you want to know.“

Am 3. und 17. Juni wird ein neues Stück von Jannik Graf auf der Halepaghen-Bühne uraufgeführt: Es basiert auf dem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde und vermischt die Geschichte mit Motiven und Figuren aus dem Drama „Faust“ von Goethe. Alle Mitwirkenden (sowohl hinter, als auch auf der Bühne) sind Schülerinnen und Schüler, sowie Ehemalige des Gymnasium Buxtehude Süd.
Alles beginnt mit einem seltsamen Wunsch und einem geheimnisvollen Bild. Dem siebzehnjährigen Dorian Gray wird seine makellose Schönheit und die Macht seiner Jugend erst im Anblick eines Porträts seiner selbst bewusst. Sein Wunsch: Dass das Bildnis für ihn altern soll, und er selbst für immer jung bleibt. Merkwürdigerweise wird das Gebet seines Stolzes erhört. Was er nicht weiß: Im Gegenzug scheint eine teuflische Macht nach und nach Besitz über seine Seele zu ergreifen.
Genauso fatal, wie dass sich Heinrich Faust einst in Goethes Klassiker auf den Teufel eingelassen hat, wird es auch für Dorian, wenn er in Gegenwart seines besten Freundes, dem Vollblutkünstler (und Maler des Bildes) Basil Hallward, und des zynischen Lord Henry Wotton, dessen Lebensphilosophie scheinbar dunkle Schatten auf Dorians zuvor so unbefleckten Charakter wirft, sagt, er gäbe sogar seine Seele für die Erfüllung seines sonderbaren Wunsches: Schnell wird Lord Henry, der immer mehr Einfluss auf den Jungen ausübt, zu seinem ständigen Begleiter und Berater. Er vermag es, ihn zu formen und zu wandeln, er stellt seine Sinne auf den Kopf, spielt mit seiner Persönlichkeit und seiner Identität, bis sie sich verliert… – und Dorian sich und sein Schicksal mehr und mehr in einem surrealen Theaterstück wiederfindet, welches Basil für ihn geschrieben hat und mit Leidenschaft als Stück im Stück inszeniert. Basils Vorlage: Goethes „Faust“. Die Quelle all seiner Inspiration: Dorian Gray.

„Ich mach Sie glücklich. Was sagen Sie?“: Lord Henry (Jannik Graf) scheint die Träume von Dorian (Tim Luca Eckhardt) ausnahmslos in Wirklichkeit zu verwandeln. Doch findet er wirklich eine Antwort auf seine Frage, was Glück ist?

Jannik, der das Stück Anfang des Jahres in nur zehn Tagen schrieb und nach dem Erfolg seiner „Was ihr wollt“-Inszenierung mit Unterstützung der Stadtbibliothek Buxtehude auf die Halepaghen-Bühne bringt, hat 2014 Abitur am Gym Süd gemacht. Sein Team, das derzeit in den Endproben steckt, besteht aus sieben Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 bis 12, und aus sieben Ehemaligen. Ein Teil der kreativen Crew hat letztes Jahr bereits an der Produktion „Was ihr wollt“ auf der Halepaghen-Bühne gearbeitet.
„Mein Stück ist eine Geschichte über das Leben, über die Suche nach Glück und dem Scheitern daran“, sagt der junge Regisseur/Autor, „Die Figuren versuchen wie verrückt, glücklich zu werden, allen voran Dorian. Er ist reich, gutaussehend, jung und er will es ganz genau wissen. Was ist das Leben? Was ist Glück? Er will ewige Jugend, unvergängliche Schönheit, nie endenden Genuss. Und er bekommt alles. Aber ob ihn das alles wirklich glücklich macht, ist die Frage… Die Parallelen zu Goethes „Faust“ sind faszinierend und werden in dem Stück, wie man sie noch nie zuvor erlebt hat, herausgearbeitet.“

Der Herzensbrecher Dorian verliebt sich in die junge Schauspielerin Sibyl Vane (Eliza Müller): Auch Goethes Gretchen-Tragödie findet sich in Oscar Wildes Roman wieder.

Erzählt mit multimedialen, audiovisuell berauschenden Mitteln, einer alles ständig begleitenden Videoprojektion, mit faszinierenden Wendungen und Musik wird „The Picture of Dorian Gray“ zu einer düsteren Multimedia-Albtraumwelt auf der Theaterbühne, wo sich zwei mitreißende Geschichten ein spannendes und cleveres Wechselspiel zwischen den Erzähl-Ebenen liefern, bis sie auf beeindruckende Weise immer mehr zu einer einzelnen verschmelzen.

Eine Uraufführung: Das berühmteste Werk der deutschen Literatur und der einzige Roman von Oscar Wilde, wie man sie niemals zuvor sah, verbinden Janniks Team und die Stadtbibliothek Buxtehude am Samstag, den 03.06.2017 und Samstag, den 17.06.2017, jeweils um 19:00 Uhr auf der Halepaghen-Bühne.

Visueller Rausch und teuflischer Spaß: Die gesamte Inszenierung wird von einer stimmungsgeladenen Schwarz-Weiß-Videoprojektion, die mit dem Bühnengeschehen interagiert, begleitet.

Karten sind erhältlich in der Schulbibliothek u.a. bei Frau Tippach-Harms, sowie in der Stadtbibliothek und bei Rita Körners Buchhandlung „literatur im zimmer“ in der Buxtehuder Altstadt. Eintritt: 12€; für Schüler/Studenten: 6€.

Jannik Graf

Fotos: Andre Schaapen, Eike Marquardt