Tag 2: Besuch im Bundestag

Besuch im Bundestag – zwischen Politik und Polizeihunden

Mit unseren Austauschschülerinnen und -schülern aus Frankreich machten wir uns bei deutschem Regenwetter auf den Weg zum Bundestag. Schon beim Eingang wurde deutlich, dass dort ein kleines bisschen mehr Sicherheit herrscht als morgens vor der Klasse. Besonders interessant waren dabei zwei Polizeihunde, die den Plenarsaal für die bevorstehenden Sitzungen absuchten. Für viele aus unserer Gruppe war damit vermutlich bereits der spannendste Programmpunkt erreicht – eine Einschätzung, die auch unser späterer Guide relativ schnell zu teilen schien. Dieser erklärte uns anschließend die Aufteilung der Plätze, was komplizierter war, als das 1×1 (und das ist schon sehr schwer) und erklärte verschiedene Abläufe im Bundestag. Dabei schaffte er etwas Bemerkenswertes: Obwohl er selbst offen zugab, dass das Thema für Zehntklässler wahrscheinlich nicht das absolute Highlight des Lebens sei, war sein Vortrag überraschend lustig, obwohl die Gruppe innerlich teilweise schon wieder beim Mittagessen angekommen war.

Nach den allgemeinen Infos zum Bundestag, hatten wir die Gelegenheit unsere Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel zu treffen und über verschiedene Themen mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Danach ging es noch hinauf in die berühmte Glaskuppel des Bundestags. Dort hatten wir eine Stunde Zeit, die Aussicht über Berlin zu „genießen“: die Regenkulisse war etwas trist.

Als wir uns anschließend wieder trafen, folgte noch ein sehr demokratischer Moment: Die Lehrkräfte berieten, wie es nun weitergehen sollte. Damit konnten wir direkt erleben, dass Diskussionen und Entscheidungsfindungen offenbar nicht nur im Bundestag selbst eine große Rolle spielen. Trotz Regen und einer Kuppelbesichtigung mit gefühlter Überlänge, waren die Hunde doch das Spannendste…

(Emilie)

Tränenpalast

Gebrauchsanweisung für das Verbringen eines interessanten Nachmittags in Berlin

Nachdem Sie die Besichtigung des Bundestages abgeschlossen haben, begeben Sie sich auf die Suche nach folgenden (historischen) Sehenswürdigkeiten Berlins; das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, den französischen Dom, den Berliner Dom, die Museumsinsel (begeben Sie sich hierhin über die Bodestraße), den Fernsehturm und die Weltzeituhr. Erkunden Sie die Orte in deutsch-französischen Kleingruppen und dokumentieren Sie Dies. An der letzten Sehenswürdigkeit, der Weltzeituhr, begeben Sie sich wieder in Ihre ursprüngliche Gesamtgruppe. Anschließend reisen Sie zum Tränenpalast und lernen Sie dort über das traurige Schicksal vieler Menschen, die durch die Spaltung Deutschlands von ihren Geliebten getrennt wurden, aber auch über Geschichten des Wiedersehens und der Hoffnung. – Und für Extrapunkte kaufen Sie sich dort ein süßes Souvenir.

(Aurélie)

Besuch der Unterwelten


I: Und wie hat dir der letzte Abend gefallen?

P: Sehr gut, wir haben die Berliner Unterwelten in getrennten Gruppen mit einer italienischen Führerin besucht und waren in vielen unterschiedlichen Räumen.

I: Und was war das Thema der Führung?

P: Wir haben etwas über die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, Luftschutzbunker und Rohrpost gelernt.

I: Und was fandest du am Interessantesten?

P: Einerseits die Mutter-Kind Bunker nur für „arische“ Familien vorgesehen und die starke Propaganda, welche Hitler dem deutschen Volk aussetzte.

I: Klingt interessant, und wie genau lief das mit den Mutter-Kind Bunkern ab? P: Hitler ließ diese bauen um den Erhalt der „arischen Rasse“ zu schützen. Mütter und Kinder konnten eine sichere Unterkunft für längere Zeit finden, während die Männer an der Front waren. Sie konnten jederzeit Gratis in die Unterkunft und bei Bombenbefall konnten sie schnellstmöglich in dem darunterliegenden Bunker Zuflucht suchen.

I:Wie lange dauerte so ein Bombenbefall?

P:Anfangs dauerte der Angriff um die 40 Minuten, letztendlich fanden diese aber immer länger statt.

I: Und was passierte mit den Bunkern nach dem Krieg?

P: Sie wurden weiter genutzt da Deutschland den kältesten Winter aller Zeiten mit durchschnittlichen Temperaturen von -23°C erlebte und viele Menschen durch die Bombardierung kein Zuhause mehr hatten. Das waren allerdings viel mehr Menschen als die Anzahl für die die Bunker vorgesehen waren. Außerdem wurden große Teile des Besitzes der Menschen zerstört, deshalb wurden sie kreativ und bauten Alltagsgegenstände aus Trümmern und Militärüberbleibseln.

 I: Hast du ein Beispiel?

P: Aus einer entschärften Bombe wurde ein Ofen gebaut und aus alten Militärhelmen wurden Kochtöpfe gemacht.

I: Klingt interessant. Und habt ihr danach noch etwas zusammen gemacht?

P: Ja, da wir in getrennten Führungen waren, haben wir uns danach in einer Pizzeria getroffen und gemeinsam Abend gegessen. Dabei haben wir Imposter gespielt und das Spiel Bayern München gegen PSG geschaut.

I: Das klingt nach einem schönen Ausklang des Tages.

(Rhea + Leni)